Erntedankfest

Das Erntedankfest 2017 findet am 24. September statt.

PDF-Download_0.jpgFlyer Erntedankfest 2017

Eindrücke des Erntedankfestes finden Sie in unserer Filmauswahl und den Bildergalerien:

 

Erntedankfest im Evangelischen Johannesstift

Das Erntedankfest im Johannesstift ist eines der größten christlichen Volksfeste in Berlin-Brandenburg. Das gesamte Stiftsgelände verwandelt sich in einen bunten Markt, auf diversen Bühnen werden Tanz, Theater und Musik geboten. Etwas ganz Besonderes ist der Festumzug der Mitarbeiter/innen und Bewohner/innen, sowie die anschließende Festansprache.

 

Brauchtum und Geschichte

Das Erntedankfest: Ein Grund zur Freude in allen Kulturen

Ein Ernte(dank)fest ist in allen Kulturen und Religionsgemeinschaften dieser Welt bekannt. Das Brauchtum in den verschiedenen Regionen und Ländern ist unterschiedlich, eines aber ist überall gleich: Die Menschen bedanken sich für die Erde und die Fülle an Früchten und Nahrungsmitteln. Der Dank der Menschen gilt Gott dem Schöpfer, den für Ernte und Fruchtbarkeit zuständigen Göttern oder der Natur selbst. Mit dem Dank für die Ernte ist oft die Bitte um ein ertragreiches kommendes Jahr verbunden.

Der Zeitpunkt des Festes richtet sich nach den klimatischen Bedingungen einer Region. So kann es sein, dass in einem Land mehrere Male im Jahr eine Ernte mit einem Erntefest gefeiert wird, oder aber wie bei uns nur einmal im Jahr.

In der jüdischen Tradition z.B. kennt man zwei Erntefeiern jährlich. Das jüdische Pfingstfest (Schawuot) feiert die Ernte des ersten Getreides und läutet den Beginn des Sommers ein. Im Herbst erinnert das Laubhüttenfest (Sukkot) an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und feiert den Ernteertrag des Jahres im Ganzen.

Für das Christentum gibt es keine verbindliche Regelung, wann das Erntedankfest gefeiert wird. Christliche Gemeinden auf der Nordhalbkugel unserer Erde feiern Erntedank, wenn die Gemeinden auf der Südhalbkugel gerade den Frühling begrüßen.

Die evangelische und die katholische Kirche feiern in unseren Breitengraden ein Erntefest Ende September oder Anfang Oktober, wenn der größte Teil der Ernte eingebracht worden ist.

Historisches zum Erntedankfest

Die Erntedankfeier war in vorchristlicher Zeit bekannt und wurde wahrscheinlich im 3. Jahrhundert in das Brauchtum der römischen Kirche übernommen. Die verschiedenen Klimazonen machten eine einheitliche weltweite Einigung auf einen Termin dieses Festes für die katholische Kirche unmöglich. Auf einer Bischofskonferenz einigte man sich 1972 auf den ersten Sonntag im Oktober als Erntedankfesttermin für Deutschland. Die Gemeinden sind aber nicht verpflichtet dieses Fest zu feiern.

Die evangelische Kirche feiert Erntedank am Michaelitag (29. September) oder einem der benachbarten Sonntage. In der Terminfestsetzungen allerdings haben die evangelischen Landeskirchen und die einzelnen Gemeinden weitestgehend freie Hand. 1773 wurde in Preußen der regelmäßige Erntedanktag eingeführt, dem sich die anderen protestantischen Kirche in Deutschland anschlossen.

Bräuche, Riten, Festgottesdienst

In früheren Jahrhunderten haben die Gutsherren ihre Knechte und Mägde mit Erntebier und einem festlichen Essen bewirtet. Es wurde tagelang gefeiert und getanzt. Heute ist die Erntedankfeier fast ausschließlich in den kirchlichen Gottesdienst integriert. Obst, Gemüse und andere Ernteerträge werden in den Kirchen vor und auf dem Altar ausgebreitet.

Regional findet man in Deutschland noch traditionelle Erntedankfestlichkeiten und -bräuche:

Almabtrieb
im Lauf des September wird das Vieh von der Alm ins Tal zurückgebracht. Die Tiere werden, wenn es keinen Todesfall im Hause des Bauern gab und das Vieh keinen Schaden genommen hat, mit Berggrün, Blumen und bunten Bändern festlich geschmückt. Zurück im Tal werden sie dreimal um den Hof geführt, bevor es über den Winter auf die Hofweide und in den Stall zurückgeht.

Wein- und Winzerfeste
in den Weinanbaugebieten feiern die Winzer den Abschluß der Weinlese/-ernte mit einem eigenen Erntedankfest meist Ende Oktober.

Jahrmarkt, Kirchweihfest, Kirmes, Kirbe
Fest nach der Einbringung der Ernte. Früher zählte es zu den beliebtesten Festen unter der Landbevölkerung. Es dauerte in der Regel mehrere Tage und wurde mit Festessen und Tanz begangen.

Erntekranz (oder Erntekrone)
wird aus Stroh geflochten und mit Bändern geschmückt. Die Mägde und Knechte überreichen den Kranz vor Beginn der Erntedankfeierlichkeiten und an den Gutsherrn. Früher wurde der Kranz im Haus aufgehängt und blieb dort bis zum nächsten Erntefest im kommenden Jahr hängen. Man erhoffte sich von ihm Schutz vor Krankheiten und Feuer. Wenn im kommenden Jahr, die erste Getreideernte in die Scheunen gebracht wurde, legt man den alten Erntekranz unter das neue Getreide. Dadurch sollte das Korn vor Nagern geschützt sein.

Erntepuppe
Aus den letzten Garben wird eine Puppe geformt Sie bleibt als Opfergabe auf dem Feld oder wird mit zum Erntetanz genommen. Die Größe und Üppigkeit der letzten Garbe wurde oft als Omen für den Ertrag der nächsten Ernte gewertet.